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Brief des IBB Vorstands

Hellblauer Hintergrund mit dem Schriftzug Mein Berlin. Darunter wechseln die Worte innovativ, nachhaltig, engagiert, inklusiv und lebendig. Am Ende steht wieder nur Mein Berlin.

Mein, dein, unser Berlin!

Sehr geehrte Damen und Herren,

2024 war ein ganz besonderes Jahr. Und das in doppelter Hinsicht: Wir haben unser 100-jähriges Bestehen gefeiert und gleichzeitig Bestmarken gesetzt. Die Rekommunalisierung der Fernwärme war mit 1,5 Mrd. Euro die größte Einzeltransaktion in der Geschichte der IBB. Und im Geschäftsfeld Immobilien- und Stadtentwicklung haben die Finanzierungszusagen mit rund 1,66 Mrd. Euro ebenfalls einen neuen Höchststand erreicht. Das passt bestens zu unserem 100-jährigen Jubiläum.

Denn vor 100 Jahren wurde die IBB als Wohnungsfürsorgegesellschaft gegründet. Unsere DNA lag die ersten sieben Jahrzehnte unseres Bestehens in der Wohnraumversorgung. Deshalb sind wir auch stolz, dass wir im Jubiläumsjahr, geprägt von einem sehr schwierigen wirtschaftlichen Umfeld mit einer Bauflaute, 5.188 Sozialwohnungen mit einem Volumen von 1,3 Mrd. Euro bewilligen konnten. Ein Jahrhundert der Förderung, der Unterstützung und Begleitung Berlins auf seinem Weg zu der modernen, wirtschaftlich starken und lebenswerten Metropole fand auch im Jubiläumsjahr selbst statt. Diese lange Tradition macht uns sehr stolz, sie ist aber auch eine Verpflichtung. Die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Gegebenheiten mögen sich über die Jahrzehnte verändert haben, doch unser Auftrag bleibt gleich, nämlich Berlin als Innovationsstandort zu stärken, bezahlbaren Wohnraum zu fördern, die nachhaltige Transformation voranzubringen und in schwierigen Zeiten vor allem Stabilität zu bieten.

Die wirtschaftlichen Herausforderungen des Jahres 2024 haben gezeigt, wie wichtig genau diese Stabilität ist. Eine anhaltende Konjunkturschwäche, gestiegene Zinsen und Unsicherheiten in der Finanzierungslandschaft haben auch in Berlin Spuren hinterlassen. Investitionen wurden in vielen Bereichen zurückhaltender getätigt, insbesondere in der Bauwirtschaft, wo steigende Kosten und ein Einbruch der Baugenehmigungen zu einem schwierigen Marktumfeld führten. Auch die Industrie konnte sich nicht von den übergeordneten Entwicklungen abkoppeln und musste Umsatzrückgänge hinnehmen. Gleichzeitig hat sich jedoch gezeigt, dass Berlin im bundesweiten Vergleich weiterhin wirtschaftlich widerstandsfähig ist. Die Stärke der unternehmensnahen Dienstleistungsbereiche, insbesondere in der IT- und Kommunikationsbranche, hat dazu beigetragen, dass die Hauptstadt ein leicht positives Wachstum verzeichnen konnte − trotz des stagnierenden wirtschaftlichen Umfelds in Deutschland. Auch am Arbeitsmarkt blieb die Lage stabiler als in vielen anderen Regionen, wenngleich die Dynamik im Jahresverlauf nachließ.

Neue Führungsspitzen und ein Innovationsschub für Berlin

Die IBB Gruppe hat im Berichtsjahr nicht nur auf die wirtschaftlichen Entwicklungen reagiert, sondern sich auch strategisch neu aufgestellt, um die Herausforderungen der kommenden Jahre gezielt anzugehen. Ein wichtiger Schritt war die Erweiterung des Vorstands – seit dem 1. April sind wir mit Stephan Brandt nun also zu dritt in der IBB unterwegs, um unsere Organisation noch stärker auf die Zukunft auszurichten und Berlin mit passgenauen Förderlösungen zu begleiten. Auch bei der IBB Ventures haben wir den demografischen Wandel aktiv in den Blick genommen und mit Markus Lehmann und Katrin Robeck eine neue Doppelspitze etabliert. Gemeinsam werden sie neue Akzente setzen, innovative Unternehmen unterstützen und frische Perspektiven für nachhaltiges Wachstum in einem dynamischen Marktumfeld schaffen. Gleichzeitig gibt es auch bei der IBT eine Veränderung an der Spitze. Seit April verstärkt Tanja Lorenz die Geschäftsführung der IBT an der Seite von Dirk Maass und bringt mit ihrer Expertise neue Impulse für die Weiterentwicklung der Förderlandschaft in Berlin ein.

Neben diesen personellen Veränderungen innerhalb der Gruppe hat im September 2024 auch das House of Finance and Tech Berlin (HoFT.Berlin) als Tochtergesellschaft der IBB UV offiziell seine Arbeit aufgenommen. Unter der Leitung von Dr. Sebastian Schäfer wird der Hub Finanzinstitutionen, Start-ups und Wissenschaft miteinander vernetzen und Berlin als Standort für Finanztechnologien weiter stärken.

Diese Entwicklungen zeigen, dass wir uns kontinuierlich weiterentwickeln, um Berlin noch gezielter zu unterstützen. Mit einer starken Führungsstruktur und neuen Initiativen schaffen wir die Voraussetzungen, um Innovationen zu fördern, nachhaltiges Wachstum zu ermöglichen und die Stadt wirtschaftlich weiter voranzubringen.

Drei festlich gekleidete Personen mit Mikrofonen stehen auf einer Bühne mit einer großen Leinwand im Hintergrund.

Rekordjahr trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten

Die IBB Gruppe konnte im Geschäftsjahr trotz aller wirtschaftlichen Widrigkeiten und einer insgesamt gedämpften Investitionsbereitschaft ein starkes Förderergebnis erzielen. Mit Finanzierungszusagen in Höhe von rund 3,8 Mrd. Euro wurde das Vorjahresniveau nicht nur deutlich übertroffen, sondern auch das insgesamt stärkste Ergebnis in der Geschichte der IBB Gruppe erzielt, was uns sehr freut. Gemeinsam mit unseren privaten und institutionellen Partnern konnte ein Investitions- und Fördervolumen in Höhe von insgesamt 7 Mrd. Euro angeschoben und damit 7.827 Arbeitsplätze in Berlin geschaffen oder gesichert werden. Die IBB selbst stellte mit 3,7 Mrd. Euro den größten Anteil (Vorjahr: 2,3 Mrd. Euro). Rund 205 Mio. Euro entfielen dabei auf den Bereich Öffentliche Hand. Die IBB Ventures, IBT und IBC trugen zusammen weitere 51,9 Mio. Euro bei.

Das Geschäftsfeld Wirtschaftsförderung war in diesem Jahr von gegensätzlichen Entwicklungen geprägt. Während die angespannte Haushaltssituation des Landes Berlin die Nachfrage nach klassischen Förderprogrammen beeinflusste, konnte mit der Finanzierung des Rückkaufs des Berliner Wärmenetzes ein außergewöhnliches Sondergeschäft in Höhe von 1,5 Mrd. Euro realisiert werden. Dadurch belief sich das Fördervolumen in der Wirtschaftsförderung auf insgesamt 1,8 Mrd. Euro. Abzüglich der Sondergeschäfte war das klassische Fördergeschäft jedoch rückläufig und lag mit Finanzierungszusagen von 286,9 Mio. Euro unter dem Vorjahresniveau von 370,4 Mio. Euro.

In der Immobilienförderung erreichten die Finanzierungszusagen mit 1,6 Mrd. Euro ebenfalls einen neuen Höchststand. Damit wurde das bisherige Rekordergebnis von rund 1,5 Mrd. aus dem Jahr 2019 nochmals übertroffen. Trotz steigender Baukosten und eines herausfordernden Marktumfelds konnten damit wesentliche Projekte zur Wohnraumsicherung und Stadtentwicklung erfolgreich unterstützt werden.

Blick durch die Büsche auf einen Fluss und eine Reihe von modernen Häusern.

Die Arbeitsmarktförderung konnte im Berichtsjahr Finanzierungszusagen in Höhe von 34,7 Mio. Euro tätigen. Auch wenn das Ergebnis unter dem starken Vorjahr (65,3 Mio. Euro) lag, konnten weiterhin zahlreiche Programme zur Qualifizierung und Unterstützung von Beschäftigten realisiert werden. Diese Mittel ermöglichten die Unterstützung von 80 Projektträgern durch den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+). Über 6.700 Menschen erhielten damit die Möglichkeit, durch ihre Teilnahme an diesen Programmen neue Kompetenzen zu erlangen.

Die IBT hatte 2024 mit den Auswirkungen der unsicheren Haushaltslage zu kämpfen, die in mehreren Programmen zu vorübergehenden Einschränkungen führte. Dennoch konnten mit der Einführung des „ReparaturBONUS“ und der Erweiterung des Programms „Wirtschaftsnahe Elektromobilität (WELMO)“ gezielt neue Impulse für nachhaltige Lösungen gesetzt werden. Insgesamt wurden Finanzierungszusagen in Höhe von 23,4 Mio. Euro ausgesprochen (Vorjahr: 44,3 Mio. Euro).

Auch die IBB Ventures blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Die verwalteten VC-Fonds erreichten zum Jahresende einen Buchwert von rund 186,4 Mio. Euro (Vorjahr: 184,2 Mio. Euro). In 2024 hat die IBB Ventures Finanzierungszusagen von insgesamt 18,5 Mio. Euro getätigt (Vorjahr: 14,2 Mio. Euro), um innovative Unternehmen in der Wachstumsphase zu begleiten. 48 Beteiligungen wurden durch die Fonds im Berichtsjahr unterstützt. Die IBB Capital setzte mit Finanzierungszusagen in Höhe von rund 10 Mio. Euro an 15 Unternehmen aus dem Bestandsportfolio einen wichtigen Akzent. Zusammen mit privaten Co-Investor:innen wurden so rund 33,1 Mio. Euro in Berliner Unternehmen investiert, wodurch in Berlin bis zu 325 Arbeitsplätze gesichert oder neu geschaffen wurden.

Die IBB Gruppe schließt das Geschäftsjahr 2024 mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 41,9 Mio. Euro ab. Damit liegt der Wert gut 16 % über dem Vorjahreswert von 36,1 Mio. Euro und zeigt ein sehr stabiles Geschäftsergebnis.

Dieses starke Gesamtbild zeigt, dass die IBB Gruppe auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten als verlässliche Partnerin für Berlin agiert und mit gezielten Fördermaßnahmen nachhaltige Entwicklungen ermöglicht.

Nachhaltigkeit als Leitprinzip - Unser erster CSRD-Bericht

Nachhaltigkeit war auch 2024 ein zentrales Thema für die IBB Gruppe. Die ökologische, wirtschaftliche und soziale Transformation Berlins zählt zu den größten Herausforderungen der kommenden Jahre und wir nehmen unsere Verantwortung in diesem Bereich sehr ernst. Mit der Veröffentlichung unseres ersten CSRD-Berichts haben wir einen wichtigen Schritt gemacht, um unser Engagement noch transparenter zu dokumentieren. Ein wesentlicher Bestandteil unserer Nachhaltigkeitsstrategie war die Erstellung unserer Klimabilanz sowie die Erarbeitung eines Dekarbonisierungspfads, mit dem wir konkrete Maßnahmen zur Reduktion unseres CO₂-Fußabdrucks festlegen. Damit setzen wir klare Ziele, um als Gruppe unseren Beitrag zur Klimaneutralität zu leisten. Gleichzeitig sind wir auch dabei, unsere Förderprogramme kontinuierlich weiterzuentwickeln und auch unsere internen Prozesse effizienter zu gestalten, um Fördermittel schneller und einfacher zugänglich zu machen.

Gut gerüstet für 2025

Mit unserer strategischen Aufstellung und dem klaren Fokus auf die Zukunftsthemen sind wir gut auf das Jahr 2025 vorbereitet. Regulatorische Anforderungen wie die DORA-Verordnung, die neue Standards für digitale Sicherheit im Finanzsektor setzt, die Transformation der Wirtschaft und die nachhaltige Stadtentwicklung werden uns weiterhin beschäftigen. Gleichzeitig bieten diese Veränderungen Chancen, die wir als IBB Gruppe aktiv mitgestalten werden.

Zu guter Letzt möchten wir uns herzlich bei allen Kolleg:innen bedanken. Euer Engagement, Eure Ideen und Euer täglicher Einsatz sind das Fundament unserer Arbeit und tragen entscheidend dazu bei, Berlin weiter voranzubringen.

In unserem diesjährigen Geschäftsbericht können Sie einige unserer Kolleg:innen in ihrem Kiez begleiten und entdecken, was Berlin für sie bedeutet und wo sie die Stadt mitgestalten − ganz im Sinne unseres Mottos: Mein, dein, unser Berlin!

Weitere Informationen

Die IBB Gruppe in Zahlen

2024 war ein Rekordjahr für die IBB Gruppe – trotz eines wirtschaftlich unsicheren Umfeldes. Hier finden Sie die wichtigsten Kennzahlen im Überblick.

Kennzahlen der IBB Gruppe
Luftbild von einer Grossstadt mit Häusern und Strassen, in der Mitte ein Bürogebäude

Nachhaltige Transformation

Zentraler Punkt aller Aktivitäten der IBB Gruppe ist die strategische Ausrichtung auf die nachhaltige Transformation. Erfahren Sie hier mehr dazu.

Wir fördern die nachhaltige Transformation
Menschen laufen auf einem Fußgängerweg zwischen einem Gebäude mit Glasfront und einer S-Bahn-Station.