Klimawandel und Auswirkungen auf die Umwelt
Klimawandel und städtisches Leben sind eng miteinander verknüpft. Städte, in denen zusammengerechnet mehr als 50 % der Weltbevölkerung leben, verursachen durch ihre Aktivitäten etwa 70 % der weltweiten CO2-Emissionen. Als Hauptverursacher des Klimawandels sind Großstädte gleichzeitig besonders anfällig für seine Folgen. Steigende globale Temperaturen und die Zunahme extremer Wetterereignisse stellen in dicht besiedelten Gebieten ein erhöhtes Risiko dar, das die Infrastruktur, die Lebensgrundlage und die öffentliche Gesundheit beeinträchtigen kann.
Das Land Berlin hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2045 eine klimaneutrale Stadt zu werden. Als Partner in diesem Transformationsprozess unterstützt die IBB Gruppe die Bemühungen Berlins, seinen ökologischen Fußabdruck zu reduzieren und sich an den Klimawandel anzupassen. Unser Engagement orientiert sich dabei am 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens von 2015.
Als Förderbank unterstützen wir das Wirtschaftswachstum und investieren in Immobilien - beides spielt eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der Berliner Wirtschaft und des Gemeinwesens. Gleichzeitig sind wir uns der Auswirkungen dieser Aktivitäten auf die Umwelt, einschließlich ihres CO2-Fußabdrucks, bewusst. Vor diesem Hintergrund entwickeln und implementieren wir Strategien, die es uns ermöglichen, weiterhin positive wirtschaftliche Ergebnisse zu erzielen und gleichzeitig dem 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens treu zu bleiben.
Wirkung durch unsere Wirtschaftsförderung
In der Wirtschaftsförderung konzentrieren wir uns auf die Förderung des Wirtschaftswachstums, von dem sowohl die Berliner Wirtschaft als auch die Berlinerinnen und Berliner profitieren. Die Unterstützung kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMU) ist gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten von entscheidender Bedeutung. Wir sind uns aber auch dessen bewusst, dass wirtschaftliches Wachstum mit negativen Umweltauswirkungen verbunden sein kann, unter anderem mit CO2-Emissionen. Der Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft ist ein schrittweiser und kooperativer Prozess, den wir durch unsere Finanzierungsangebote fördern, indem wir Nachhaltigkeit in jeder Phase - von der Erstberatung bis zur Kreditprüfung - berücksichtigen.
Unsere Zusammenarbeit mit den Kreditnehmer:innen bietet nicht nur die Möglichkeit, die Einhaltung von Nachhaltigkeitskriterien zu überprüfen, sondern auch die Kund:innen auf Programme aufmerksam zu machen, die nachhaltige Geschäftspraktiken unterstützen. Dieser kooperative Ansatz stellt sicher, dass unsere Finanzierungen sowohl die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit als auch die ökologische Verantwortung fördern.
Wirkung durch unser Immobilienportfolio
Der Immobiliensektor ist für einen erheblichen Teil der Treibhausgasemissionen Berlins verantwortlich. Während wir anerkennen, dass Bau- und Renovierungsaktivitäten kurzfristig Emissionen verursachen können, konzentrieren wir uns auf langfristige Lösungen, die den CO₂-Fußabdruck des Berliner Gebäudebestands reduzieren. Mit unserer Immobilienfinanzierung fördern wir energieeffiziente Neubauten und energetische Gebäudesanierungen, um nachhaltige CO₂-Reduktionen zu erzielen und gleichzeitig bezahlbaren Wohnraum für Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen zu sichern. Diese Balance zwischen ökologischer Verantwortung und sozialer Integration ist der Kern unserer Mission.
Wir verankern Nachhaltigkeit in unseren Projekten, indem wir fortschrittliche Effizienzstandards zur Bedingung machen. Energiedaten sind entscheidend für die Bewertung des Nachhaltigkeitsprofils unseres Portfolios und spielen eine zentrale Rolle bei Finanzierungsentscheidungen.
Grundlage der Klimastrategie der IBB Gruppe
Unsere Klimastrategie basiert auf der prototypischen Klimabilanz von 2023, welche eine umfassende Analyse der durch unsere Finanzierungsaktivitäten verursachten Emissionen liefert und die Sektoren mit dem größten Klimaeinfluss hervorhebt. Auf der Grundlage dieser Analyse haben wir unsere Klimastrategie erstellt, mit konkreten Klimazielen, Abbaupfaden und Dekarbonisierungsmaßnahmen und einem Transitionsplan, welche 2025 veröffentlicht wird. Der Transitionsplan definiert klare Reduktionspfade für die emissionsintensiven Sektoren Energieversorgung und Immobilien, die nach wissenschaftlich fundierten Standards entwickelt wurden und sich am 1,5°-Grad-Ziel orientieren.
Emissionsreduktion und -kompensation
Unser langfristiges Ziel ist die Vermeidung von Emissionen und die Minimierung des Ressourcenverbrauchs im Kerngeschäft und im operativen Bereich.
Dennoch entsteht ein Teil der Emissionen in unserem Bankbetrieb, der sich nicht vollständig vermeiden lässt. Diese Emissionen kompensieren wir durch ein Projekt zur Wiedervernässung eines Moores in Brandenburg, das wir gemeinsam mit unserem lokalen Partner, der Berlin Brandenburg Area Development Company GmbH (BADC), umsetzen. Dieses Projekt bietet nicht nur hydrologische Vorteile wie Wasserrückhalt und teilweise Speicherung, sondern fördert auch die Biodiversität in der Region.
Herausforderungen
Unser Weg zur Klimaneutralität wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst, darunter die Qualität der verfügbaren Daten, das Verhalten der Kund:innen und die Marktbedingungen. Die Balance zwischen der Förderung des sozialen Wohnungsbaus und unseren Klimazielen stellt zudem eine besondere Herausforderung im Sektor Immobilien dar und unterstreicht die Notwendigkeit einer strategischen Zusammenarbeit mit dem Land Berlin und anderen Partner:innen.
Klimaziele
Unsere Analyse hat die Sektoren Energieversorgung und Immobilien als wesentlich innerhalb des Portfolios der IBB Gruppe identifiziert, da hier ein Großteil der finanzierten Emissionen entsteht. Hierbei fokussieren wir uns auf die Reduzierung der physischen Intensität in beiden Sektoren bis 2030 und das Streben nach Netto-Null-Emissionen bis 2045.
Für die relevanten Sektoren wurden sektorspezifische Abbaupfade erstellt, denen, orientiert an der Einhaltung eines 1,5-Grad-Ziels, Klimagradziele in einem Abstand von 5 Jahren zugrunde liegen. Auf dieser Grundlage wiederum wurde ein Transitionsplan mit Dekarbonisierungsmaßnahmen für die beiden Sektoren erstellt. Indem jährlich erneut die Klimabilanz für die IBB Gruppe erhoben wird, kann überprüft werden, ob die festgelegten Klimaziele eingehalten werden. Weichen die Werte vom Zielpfad ab, müssen die Abbaupfade entsprechend angepasst sowie Transitionsplan und Maßnahmen aktualisiert werden. Die Informationen werden im Anschluss in die Klimastrategie sowie die Geschäftsstrategie integriert.
Die Erreichung der Klimaziele erfordert eine verbesserte Datenqualität, strategische Kontrollmaßnahmen i. R. D Klimastrategieprozesses und Erstellung der Klimabilanz und fortlaufende Zusammenarbeit mit Interessengruppen. Zudem sind wir bestrebt, unsere Mitarbeitenden zu schulen, um deren Fachwissen in der Analyse und Planung von Klimadaten zu erweitern.
Strategische Schwerpunkte
Um unsere Klimaziele zu erreichen, konzentrieren wir uns auf zwei wesentliche Bereiche:
Daten- und Prozessziele
- Datenmanagement
Die Verbesserung der Qualität und des Umfangs unserer klima- und umweltbezogenen Daten ist maßgeblich für fundierte Entscheidungen. Wir verbessern unsere Datenbeschaffungsprozesse und integrieren umfassende Datenmanagementsysteme, um unseren ökologischen Fußabdruck besser nachverfolgen und überprüfen zu können. - Prozessoptimierung
Wir integrieren Klimaziele in unsere operativen Planungs- und Kontrollprozesse. Durch die Ausrichtung unserer Geschäftstätigkeiten an unseren Klimazielen stellen wir sicher, dass Nachhaltigkeit in unsere regelmäßigen Abläufe integriert wird, um langfristige Veränderungen zu bewirken. - Kontrolle und Überwachung
Das Erreichen unserer Klimaziele erfordert robuste Überwachungs- und Kontrollsysteme. Wir entwickeln Mechanismen zur regelmäßigen Fortschrittsüberwachung, zur Identifizierung von Abweichungen und zur Umsetzung von Korrekturmaßnahmen, wenn dies erforderlich ist. Dies stellt sicher, dass wir auf Kurs bleiben, um unsere mittel- und langfristigen Klimaziele zu erreichen.
Stand: 01.06.2025