Jens Holtkamp
Leiter Unternehmenskommunikation
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In diesem herausfordernden Jahr hat sich die IBB Gruppe als zuverlässige Partnerin für Berlin erwiesen. Mit Finanzierungszusagen von über 2 Mrd. Euro haben wir aktiv die Transformation der Berliner Wirtschaft gefördert. Anlässlich unseres 100-jährigen Jubiläums in 2024 bekräftigen wir unser Engagement, bezahlbaren Wohnraum und Unternehmen auch in Zukunft bestmöglich zu unterstützen.
Trotz der volkswirtschaftlichen Gegenwinde hat die IBB Gruppe in diesem schwierigen Jahr ihre zentrale Rolle bei der Unterstützung des Wohnungsbaus, der Förderung von Unternehmen und des Arbeitsmarktes bekräftigt. Die IBB Gruppe hat im Berichtsjahr Finanzierungen in Höhe von insgesamt 2.254,7 Mio. Euro zugesagt, was ungefähr dem Niveau des Vorjahres entspricht (Vorjahr: 2.211,5 Mio. Euro).
Der höchste Anteil der Gesamtfinanzierungszusagen ist dabei auf die Aktivitäten der IBB zurückzuführen, die in 2023 Zusagen von insgesamt 2.196,1 Mio. Euro ausgesprochen haben (Vorjahr: 2.105,3 Mio. Euro). Die IBB Business Team GmbH, die IBB Ventures und die IBB Capital kommen zusammen auf Finanzierungszusagen in Höhe von 58,6 Mio. Euro (Vorjahr: 106,2 Mio. Euro). Gemeinsam mit privaten und institutionellen Partnern konnte durch die IBB Gruppe ein Investitions- und Fördervolumen in Höhe von insgesamt 4,9 Mrd. Euro angeschoben und damit 5.549 Arbeitsplätze in Berlin geschaffen oder gesichert werden.
Die Investitionsbank Berlin (IBB) hat 2021 eine neue Unternehmensstruktur erhalten. Im Zuge der Neustrukturierung wurden die Bankbeteiligungen aus der IBB ausgegliedert. Die IBB Unternehmensverwaltung Anstalt öffentlichen Rechts (IBB UV) wurde per Gesetz vom Land Berlin errichtet. Diese übernimmt als Konzernmutter die Trägerschaft der IBB und ist wiederum in alleiniger Trägerschaft des Landes Berlin. Sämtliche Beteiligungen der IBB wurden an die IBB UV übertragen. Die bisherigen Tochtergesellschaften der IBB sind nun zu Töchtern der IBB UV geworden. Neben der IBB sind insbesondere die IBB Business Team GmbH, die IBB Capital GmbH und die IBB Ventures für das Fördergeschäft relevant. Gemeinsam bilden sie die IBB Gruppe.
| 2022 | 2023 | Änderung (%) | |
|---|---|---|---|
| Bilanzsumme (Mio. Euro) | 20.738,1 | 22.116,3 | +6,6 |
| Geschäftsvolumen | 21.876,7 | 23.071,7 | +5,5 |
| Eigenkapital | 1.131,5 | 1.167,7 | +3,2 |
| Gesamtkapitalquote (%) | 19,7 | 19,2 | |
| Kernkapitalquote (%) | 19,7 | 19,2 |
| 2022 | 2023 | Änderung (%) | |
|---|---|---|---|
| Operatives Ergebnis (Mio. Euro) | 207,3 | 213,4 | +2,9 |
| darunter Zinsergebnis | 120,3 | 135,9 | +12,9 |
| ⁒ Verwaltungsaufwand | 142,7 | 159,4 | 11,7 |
| ⁒ Risikovorsorge/Bewertungen | 43,3 | 17,4 | -59,8 |
| Wirtschaftliches Ergebnis | 21,3 | 36,6 | +72,2 |
| Jahresüberschuss | 20,8 | 36,1 | +73,9 |
| Förder-Cost-Income-Ratio | 68,8 | 74,7 |
Die IBB Gruppe verdankt das gute Ergebnis im Geschäftsjahr 2023 dem Engagement und der Leistung ihrer Mitarbeiter:innen. Ein wichtiger Baustein unserer Personalentwicklung ist daher die Förderung sowie Aus- und Weiterbildung unserer Beschäftigten. Großen Wert legen wir zudem auf die Möglichkeit, Beruf und Privatleben optimal zu vereinbaren. Die IBB Gruppe steht zudem für eine inklusive Unternehmenskultur. Daher hat die IBB im Berichtsjahr eine Diversity Officer benannt. Die Hauptaufgaben der Diversity Officer umfassen die Integration von Diversitätsaspekten in Unternehmensprozesse und die -kultur, die Entwicklung von Maßnahmen in den Bereichen Qualifizierung, Prozessoptimierung und Kommunikation, sowie die Erfüllung gesetzlicher Anforderungen im Bereich Antidiskriminierung.
Aufgrund der vielfältigen neuen Aufgaben ist die Belegschaft in 2023 kräftig gewachsen. 923 Personen arbeiteten zum Ende des Berichtjahres in der IBB Gruppe, davon 556 Mitarbeiterinnen und 367 Mitarbeiter. Auf die Beschäftigten entfallen 839 in der IBB, 61 in der IBB Business Team, 17 in der IBB Ventures und 6 in der IBB Capital.
Die Integration von Nachhaltigkeit in die Unternehmenspraxis bildet einen zentralen Pfeiler des Geschäftsmodells der IBB Gruppe. Das Fördergeschäft und das damit einhergehende Engagement zielen darauf ab, die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Lebensbedingungen in Berlin aktiv zu verbessern. Durch gezielte Programme in den Bereichen Arbeitsmarkt, Wirtschaftsförderung und Immobilienförderung wird dazu beigetragen, soziale Inklusion zu unterstützen, Arbeitsplätze zu schaffen und bezahlbaren Wohnraum bereitzustellen.
In den vergangenen Jahren hat die IBB erhebliche Fortschritte im Bereich des systematischen Nachhaltigkeitsmanagements erzielt. Das Projekt "Impact Bank Berlin" repräsentiert einen bedeutenden Schritt in Richtung einer umfassenden Ausrichtung der IBB als nachhaltige Förderbank. Ziel dieses Projekts ist es, nachhaltige Aspekte verstärkt in die Förder- und Kreditaktivitäten zu integrieren. Damit reagiert die IBB nicht nur auf die wachsenden Anforderungen in Bezug auf Berichterstattung und Regulierung, sondern setzt auch Maßnahmen um, die im Einklang mit der EU-Taxonomie stehen. Darüber hinaus wurde ein selbständiges ESG-Management in der Organisation verankert.
Die IBB Gruppe hat sich den im Jahr 2015 von der UN beschlossenen 17 globalen Zielen für eine nachhaltige Entwicklung, den sogenannten "Sustainable Development Goals" (SDGs), verpflichtet und wendet diese transparent und messbar auf ihre Tätigkeitsfelder an. Die SDGs sollen bis 2030 erreicht werden und zielen auf eine ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltige Entwicklung ab.
Durch die Bezugnahme auf die SDGs stellt die IBB Gruppe noch deutlicher heraus, mit welchem Fokus die Finanzierungen einen nachhaltigen Beitrag leisten. Bis 2030 will die IBB Gruppe insgesamt 15 Mrd. Euro Finanzierungszusagen auf Basis der SDGs in den Förderprogrammen ermöglichen. In den ersten vier Jahren von 2020 bis 2023 liegt die IBB Gruppe leicht über dem anteiligen Planwert in Höhe von 6 Mrd. Euro, so dass in der Folge das Gesamtziel weiterhin gut erreicht werden kann.
Berlin soll bis 2045 eine klimaneutrale Stadt werden. Um das zu erreichen, muss die Gesamtmenge der Berliner CO2-Emissionen im Vergleich zum Jahr 1990 um mindestens 85 Prozent reduziert werden. Die IBB Gruppe wird das Land Berlin bei dieser Umsetzung unterstützen. Dabei arbeitet die IBB stetig daran, das Produktportfolio um weitere nachhaltige Förderprogramme zu ergänzen. So werden in einigen Programmen Umwelt- und Klimaschutz sowie Ressourceneffizienz als Querschnittsthemen zur Innovations- und Investitionsförderung berücksichtigt, wie z.B. bei SolarPLUS oder IBB Energetische Gebäudesanierung.
Im Rahmen der Förderprogramme wurden in 2023 insgesamt 589 Mio. Euro für die Querschnittsthemen Umwelt- und Klimaschutz sowie Ressourceneffizienz investiert.
Die IBB entwickelt den Nachhaltigkeitsansatz ihres Anlagebuchs seit 2020 schrittweise weiter und lenkt ihre Investitionen in nachhaltige Anlagen. In 2023 fand dabei die Treasury Nachhaltigkeitsleitlinie vom September 2022 Anwendung. So konnte in 2023 das dedizierte ESG (Environmental, Social, Governance) – Teilportfolio per 31.12.2023 auf ein Volumen von 803 Mio. Euro vergrößert werden. Das Investitionsziel für das IBB-ESG-Portfolio wurde zuletzt in 2022 angepasst und beträgt aktuell 1 Mrd. Euro bis Ende 2025.
Zudem hat die IBB auch in 2023 einen Social Bond mit einem Nominalvolumen von 500 Mio. Euro begeben, um Ihren anhaltenden Anspruch an ihr nachhaltiges Geschäftsmodell zu dokumentieren und für Investor:innen noch transparenter zu machen.
Die IBB Gruppe unterstützt mit ihren Produkten das Land Berlin dabei, seine klimapolitischen Ziele zur CO2-Reduzierung zu erreichen und den demografischen Wandel zu bewältigen. Um diese Entwicklung voranzutreiben, hat die IBB Gruppe Nachhaltigkeitsleitlinien für die gesamte Gruppe entwickelt. Diese stellen einen verbindlichen und einheitlichen Standard dar und bilden transparent die Haltung zum Thema Nachhaltigkeit ab. Die Nachhaltigkeitsleitlinien wurden in 2023 aktualisiert und zum 01.01.2024 veröffentlicht.
Die Stärkung der Berliner Wirtschaft und die Schaffung neuer Arbeitsplätze sind die obersten Ziele der Wirtschaftsförderung. Im Zentrum unserer Wirtschaftsförderung steht daher die Förderung und Finanzierung von Start-ups und Gründer:innen sowie von Bestandsunternehmen.
Die IBB konnte im Berichtsjahr in der Wirtschaftsförderung ein steigendes Geschäft verzeichnen. Sowohl im Darlehensgeschäfts als auch bei den Zuschussfinanzierungen stiegen die Finanzierungszusagen deutlich an. Insgesamt konnten Finanzierungen in Höhe von 370,4 Mio. Euro zugesagt werden. Die Bewilligungen für Unternehmen in den Berliner Clustern nahmen ebenfalls zu.
Mit Finanzierungszusagen in Höhe von insgesamt 370,4 Mio. Euro verzeichnete das klassische Fördergeschäft in 2023 einen signifikanten Aufschwung. Dies entspricht einem Zuwachs von etwa 22,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wo die Zusagen bei 301,4 Mio. Euro lagen. Besonders im Darlehensgeschäft zeigte sich diese positive Entwicklung, wo die Bewilligungen auf 237,0 Mio. Euro anstiegen – ein Plus von 28,7 Prozent im Vergleich zu 184,1 Mio. Euro im Vorjahr. Die Zuschussprogramme verzeichneten ebenfalls ein Wachstum, mit Zusagen in Höhe von 133,4 Mio. Euro, was einem Anstieg von 13,7 Prozent gegenüber den 117,3 Mio. Euro des Vorjahres entspricht.
*in Mio. EUR
Mit 37 Prozent entfielen annähernd zwei Fünftel der Anzahl an Finanzierungszusagen auf Gründungsvorhaben, die mit 149,1 Mio. Euro auf einen Anteil am Finanzierungsvolumen in Höhe von 40,3 Prozent kommen. Damit hat sich das Volumen im Vergleich zum Vorjahr mit 74,8 Mio. Euro nahezu verdoppelt. In 2023 wurden insgesamt 377 Gründungsvorhaben finanziert und damit deutlich mehr als im Jahr zuvor (Vorjahr: 301) – eine erfreuliche Entwicklung angesichts des aktuellen wirtschaftlichen Umfelds.
| Programm | Finanzierungszusagen (Anzahl) | Finanzierungszusagen (in Mio. EUR) |
|---|---|---|
| Berliner Innovationsfachkräfte | 80 (83) | 1,6 (1,6) |
| Pro FIT | 72 (66) | 29,8 (26,2) |
| Programm für Internationalisierung | 56 (30) | 0,9 (1,0) |
| Berlin Start | 46 (41) | 9,0 (7,2) |
| Gemeinschaftsaufgabe (GRW) | 39 (32) | 38,6 (22,9) |
Für Unternehmen in den Berliner Clustern wurden in 2023 insgesamt 714 Finanzierungszusagen (Vorjahr: 557) über 249,8 Mio. Euro (Vorjahr: 220,2 Mio. Euro) ausgesprochen. Unter Einrechnung der IBB Ventures ergeben sich 757 Zusagen (Vorjahr: 611) über 263,8 Mio. Euro (Vorjahr: 237,4 Mio. Euro), und das größtenteils im Berliner Cluster „Energietechnik“ mit insgesamt rund 99,9 Mio. Euro (Vorjahr: 55,2 Mio. Euro) sowie im Cluster „Informations- und Kommunikationstechnik“ (I.u.K.) mit rund 68,7 Mio. Euro (Vorjahr: 66,8 Mio. Euro). Damit wuchs das Finanzierungsvolumen in den Berliner Clustern im Berichtsjahr um gut 11 Prozent.
*in Mio. EUR; *Informations- und Kommunikationstechnik
Mit der Arbeitsmarktförderung hat die IBB ihre operative Tätigkeit um ein weiteres Geschäftsfeld erweitert, das sich primär der Förderung von Menschen und der Investition in die berufliche Chancengleichheit widmet. In der Arbeitsmarktförderung sind eine Vielzahl von Förderprogrammen des Landes Berlin angesiedelt, die mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) kofinanziert werden. Dadurch wird ein Beitrag zur Deckung des vorhandenen Fachkräftebedarfs geleistet und die Teilhabe von Menschen an der Gesellschaft durch Bildung und soziale Inklusion gestärkt. Zur Umsetzung dieser Ziele hat das Land Berlin insgesamt 16 Förderinstrumente, die teilweise mehrere Schwerpunkte zum Gegenstand haben, vorgesehen.
In 2023 konnten 15 der 16 Förderinstrumente mit einem Projektaufruf gestartet werden. Für drei Förderinstrumente wurde bereits der jeweils zweite Projektaufruf gestartet. Insgesamt wurden Finanzierungszusagen mit einem Fördervolumen in Höhe von 65,3 Mio. Euro ausgesprochen. Dadurch wurden 80 verschiedene Projektträger:innen mit Zuschüssen kofinanziert. Im Ergebnis konnten über 5.200 Menschen durch die Teilnahme an diesen geförderten Maßnahmen neue Kompetenzen vermittelt werden.
Die Situation auf dem Berliner Wohnungsmarkt bleibt auch im Jahr 2023 angespannt. Mit einer Bevölkerung, die weiter wächst, steigt der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum weiter an. Diese Entwicklung ist eine direkte Folge des Bevölkerungswachstums der letzten Jahre, das durch verschiedene Faktoren wie die Flüchtlingsbewegungen und die wirtschaftliche Anziehungskraft Berlins beeinflusst wurde. Die IBB unterstützt daher den Bau preiswerter Wohnungen und die Modernisierung und Instandhaltung des Wohnungsbestands. In der Immobilien- und Stadtentwicklung konnten in 2023 Finanzierungszusagen in Höhe von 1.372,5 Mio. Euro getätigt werden. Mit dem IBB Wohnungsneubaufonds wurden insgesamt bereits 12.407 geförderte Wohnungen fertiggestellt.
Die Finanzierungszusagen in der Immobilien- und Stadtentwicklung übersteigen seit 2018 kontinuierlich die Milliardenmarke. Auch in 2023 konnte das bestehende hohe Niveau mit einem Finanzierungsvolumen von 1.372,5 Mio. Euro (inklusive Zuschüssen). Dieser Erfolg wurde trotz des aktuellen Zinsniveaus und der steigenden Baukosten aufgrund der Auswirkungen des Ukraine Krieges erreicht, die zu einer allgemeinen Verringerung der Bauprojekte in der gesamten Stadt geführt haben. Eine Steigerung um 31,2 Mio. Euro auf 1.283,0 Mio. Euro konnte auch im Neugeschäft erzielt werden und damit ein Zuwachs von 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ein deutliches Plus gab es bei den Zuschussprogrammen. Hier konnten im Berichtsjahr Zusagen in Höhe von 160,8 Mio. Euro getätigt werden, wodurch das Finanzierungsvolumen im Vergleich zum Vorjahr von 13,9 Millionen Euro mehr als verzehnfacht wurde. Deutlich gestiegen ist auch die Nachfrage von Wohnungsbaugesellschaften nach öffentlichen Baudarlehen zur Finanzierung preisgebundener Wohnungen. Im Berichtsjahr erreichte das Zusagevolumen 167,2 Mio. Euro, was einer Steigerung von 75 Prozent gegenüber 2022 entspricht.
*in Mio. Euro (ohne Sonderfinanzierungen)
Nachdem sich das sehr dynamische Bevölkerungswachstum der 2010-er Jahre durch die Corona-Pandemie 2020 erstmals umgekehrt hatte, hat der russische Angriffskrieg auf die Ukraine in 2022 zu einer enormen Flüchtlingswelle geführt (+77.779). Nach Berechnungen der IBB-Volkswirte hielt das Wachstum auch im Berichtjahr an, sodass Ende 2023 rund 3,78 Mio. Menschen in Berlin lebten. Das entspricht einem Zuwachs von rund 32.300 Personen.
*eigene IBB Berechnungen; Quelle: Amt für Statistik
Trotz der positiven Entwicklung im letzten Jahr, bei der sich die Zahl der fertiggestellten Wohnungen wieder nach oben bewegte (17.310), reicht der Wohnungsbau aufgrund der anhaltend hohen Nachfrage noch immer nicht aus. Es fehlen in Berlin mehr als 100.000 Wohnungen und das anvisierte Ziel, jährlich durchschnittlich bis zu 20.000 neue Wohnungen, davon 5.000 Sozialwohnungen, zu schaffen, kann nach Schätzung der IBB-Volkswirte mit 15.200* fertiggestellten Wohnungen auch in 2023 nicht erreicht werden. Auch die Zahl der Baugenehmigungen ist nun bereits das siebte Jahr in Folge rückläufig. Laut dem statistischen Bundesamt wurden im Berichtsjahr nur 15.902 Wohnungen genehmigt. Das sind 6,3 Prozent weniger als im Vorjahr.
Im Rahmen des IBB Wohnungsneubaufonds konnten im Berichtsjahr 2023 wieder Fortschritte erzielt werden. Bis zum Jahresende 2023 wurden 3.492 Sozialwohnungen neu bewilligt, das ist ein deutliches Plus im Vergleich zum Vorjahr (1.935). Einher mit diesen geförderten Wohnungen gehen weitere 920 Wohnungen ohne Mietpreisbindung. Dadurch werden 4.412 Wohnungen im Zusammenhang mit dem IBB Wohnungsneubaufonds entstehen. Das entspricht einer Steigerung zum Vorjahreswert von 3.939 um gut 12 Prozent.
Im Rahmen des Programms „Effiziente GebäudePLUS“ wurden in 2023 durch die IBB Finanzierungen in Höhe von insgesamt 44,6 Mio. Euro zugesagt – eine positive Entwicklung und deutliche Steigerung im Vergleich zum Vorjahr (3,9 Mio. Euro). Allein im Berichtsjahr wurden etwa 1.000 Anträge mit einem Gesamtvolumen von 22,5 Millionen Euro eingereicht, was die Gesamtzahl der Anträge seit dem Programmstart im August 2021 auf etwa 3.400 mit einem Volumen von 89 Millionen Euro erhöht. Von diesen konnten bisher 1.900 Anträge mit einem Fördervolumen von 51,2 Millionen Euro bewilligt werden. Dabei wurden 88 Prozent der Anträge von privaten Haushalten gestellt. Besonders groß ist das Interesse am Fördermodul Anlagentechnik, das Investitionen in neue Heizsysteme, wie zum Beispiel Wärmepumpen, umfasst.
Die IBB Business Team GmbH (IBT) unterstützt Berliner Gründer:innen, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Eigentümer:innen von Wohnimmobilien. Mit ihren Förderangeboten trägt die IBT zum Erreichen der Ziele des Landes Berlin in den Bereichen Existenzgründung und Beratung, Innovation und Digitalisierung, Energie und Nachhaltigkeit sowie Mobilität bei. Die IBT betreute Ende 2023 15 Förderprogramme, in denen sie über 9.233 Förderungen mit einem Volumen von über 44,3 Mio. Euro zugesagt hat. Damit hat sich das Finanzierungsvolumen im Vergleich zum Vorjahr (26,8 Mio. Euro) um rund 65 Prozent erhöht.
Die Programme zur Förderung der Wirtschaft in den Bereichen Existenzgründung und Beratung sowie Innovation und Digitalisierung unterstützen nachhaltiges Wachstum und fördern die Innovativkraft der Berliner Wirtschaft. Programme wie der Coaching BONUS oder der Transfer BONUS sind seit vielen Jahren erfolgreich im Portfolio der IBT und wurden auch im Berichtsjahr stark nachgefragt. Im April 2023 starteten die Programme ProNTI und ProValid . Die Antragszahlen für beide Programme waren hoch, wodurch die Mittel schon vor Programmende ausgeschöpft waren.
Beim Berliner InvestitionsBONUS wurde 2023 die Zielgruppe erweitert, sodass nun auch Großunternehmen einbezogen werden, vorausgesetzt, sie erfüllen drei Kriterien der Nachhaltigkeitsziele. Zudem wurde der Mindestbetrag förderfähiger Investitionsausgaben gesenkt, um die Antragshürden zu verringern.
*in Tsd. EUR
Die IBB Ventures ist seit Jahren einer der aktivsten VC-Investoren Deutschlands und hat maßgeblich zur Entwicklung Berlins als erfolgreichem europäischen Start-Up-Standort beigetragen. Nachdem bereits im Jahr 2022 das Fondsangebot um einen Impact VC Fonds erweitert wurde, sind zum 1. Januar 2023 auch die nächsten Fondsgenerationen des VC Fonds Technologie und VC Fonds Kreativwirtschaft an den Start gegangen. Während die beiden letztgenannten Fonds das bereits seit Jahren etablierte Angebot für junge und wachstumsstarke Technologieunternehmen sowie Unternehmen der Kreativwirtschaft fortführen, richtet sich der Impact VC Fonds an Berliner Start-ups, welche mit Ihrer Geschäftstätigkeit einen signifikanten und messbaren Betrag zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele der UN (SDG) leisten.
Im Jahr 2023 wurden durch die Fonds 11 neue Beteiligungen eingegangen sowie 33 Folgerunden abgeschlossen. In Erst- und Folgerunden hat die IBB Ventures dabei 14,2 Mio. Euro investiert. Daneben haben private Investorinnen und Investoren den Start-ups weitere 59 Mio. Euro im Rahmen gemeinsamer Finanzierungen bereitgestellt.
Seit ihrer Gründung in 2020 setzt die IBB Capital GmbH (IBC) das Programm Coronahilfen für Start-ups um. Das Programm wurde in der Corona-Krise aus dem 2-Milliarden-Hilfsprogramm des Bundes für Start-ups gespeist und maßgeblich durch die KfW refinanziert. Weitere Mittel der IBB sind durch das Land Berlin abgesichert. Aus diesen Programm-Mitteln hat die IBB Capital gemeinsam mit Intermediären (Business Angels, Family Offices und private VC- bzw. Private Equity-Gesellschaften) in Berlin ansässige Start-ups finanziert, die über ein innovatives Geschäftsmodell mit hohem Wachstums- und Wertsteigerungspotential sowie eine positive Fortführungsprognose verfügen. Bis zum Ende der Investitionsphase des Programms am 30. Juni 2022 sind insgesamt 252 Zusagen an 137 Startups erteilt worden. Bis Ende 2023 wurden insgesamt rund 157,8 Mio. Euro ausgezahlt. Seit Dezember 2022 hat die IBC zudem die Bearbeitung des Turnaround-Programms übernommen. Ziel des Programms ist es, Beteiligungskapital für sanierungsfähige KMU in Krisensituationen zur Verfügung zu stellen.
Ein Jahrhundert für Wohnen, Wirtschaft und Arbeit: Die IBB feierte im Jahr 2024 ihr 100-jähriges Bestehen. Seit ihrer Gründung hat sie maßgeblich zur wirtschaftlichen Entwicklung, Wohnraumförderung und zum sozialen Wohlstand in Berlin beigetragen. Ihre Geschichte, die eng mit der Geschichte Berlins verwoben ist, unterstreicht ihre Rolle als dauerhafte Unterstützerin und Mitgestalterin in der Entwicklung der Stadt.
Anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens hat die IBB eine spezielle Jubiläumsseite eingerichtet. Diese Seite bietet einen umfassenden Überblick über die Geschichte der Bank, ihr Wirken und die Personen, die zum Erfolg der IBB und ihrer Vorgängergesellschaften beigetragen haben. Ein eigens für dieses Jubiläum erstelltes Video zeichnet die Entwicklung der IBB in den letzten 100 Jahren nach und zeigt ihren anhaltenden Einfluss auf die Stadt Berlin.
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